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Erdwärme

Freitag 18. April 2008 von Martin

Heizen mit der Kraft aus der Erde

In den oberen Schichten der Erdkruste ist durch die Sonne gespeicherte Wärme vorhanden, so genannte Erdwärme oder Geothermie.
Diese Erdwärme beträgt in der Regel eine konstante Temperatur von ca. 8-10 Grad und hat somit (im Gegensatz zu Solarenergie) auch im Winter keinen Leistungsabfall. Erdwärme ist so gut wie überall vorhanden und kann bereits ab einer Tiefe von 80cm genutzt werden.
In der Schweiz werden bereits über 30% der Neubauten mit Erdwärme-Heizungen ausgestattet.

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Nutzung von Erdwärme. Man unterscheidet zwischen Flachsonden, Tiefbohrung und eine Technik, die das Grundwasser nutzt.
Dabei ist das Prinzip immer das gleiche. Eine Trägerflüssigkeit wird in einem Rohrsystem in die Erde geleitet, nimmt dort die Erdwärme aus, kommt wieder nach oben und gibt die Temperatur mittels eines Wärmetauschers an das Brauchwasser im Haushalt ab.
Bei Bedarf kann die Erdwärmeanlage im Sommer auch umgekehrt genutzt werden, so dass sie überschüssige Hitze an das Erdreich abgibt.

Erdwärme durch Flachsonden:

Bei diesem Verfahren kann man auf tiefe Bohrungen verzichten, da die Flachsonden lediglich in einer Tiefe von 1 bis 2 Meter angebracht werden müssen. Dafür braucht man allerdings eine größere Fläche, als bei de anderen Methoden.
Das Prinzip ist wie oben beschrieben: Eine Flüssigkeit zirkuliert, nimmt die Erdwärme auf und gibt sie anschließend über einen Wärmetauscher an das Brauchwasser im Haushalt ab.


Erdwärme durch Tiefenbohrung:

Der Vorteil einer Tiefenbohrung ist der deutliche Platzvorteil gegenüber der Flachsonde. Diese Technik kann auch bei kleinen Grundstücken problemlos genutzt werden, ist dafür aber etwas teurer.
Allerdings ist die Tiefenbohrung auch effektiver. Das Prinzip ist identisch, aber durch die größere Tiefe und die dort höheren Temperaturen kann die Trägerflüssigkeit bei einem Durchlauf deutlich mehr Erdwärme aufnehmen und an das Brauchwasser abgeben.

Erdwärme durch die Nutzung des Grundwassers:

Für dieses System werden zwei Brunnen benötigt. Aus dem einen Brunnen wird das warme Wasser aus der tiefe nach oben gepumpt und die Wärme über einen Wärmetauscher abgegeben. Anschließend wird das somit wieder abgekühlte Wasser über den zweiten Brunnen wieder an das Grundwasser zurückgegeben. Auch hier ist etwas mehr Platz notwendig, da die Brunnen einen gewissen Abstand zueinander haben sollten.
Diese Nutzung der Erdwärme gilt als die effektivste.

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