Energie und Strom

Effizient Energie und Strom sparen.

Norwegen als Vorbild bei erneuerbaren Energien

Mittwoch 17. September 2008 von Martin

Norwegen ist Vorreiter im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Bereits 99% des Strombedarfs werden von Wasserkraftwerken erzeugt.
Durch die vielen Berge und Flüsse ist die geographische Lage optimal für die Verwendung von Wasser als Energiequelle. Aus umwelttechnischen Gründen ist es allerdings kaum noch möglich, das Netz an Wasserkraftwerken weiter auszubauen. Allerdings steckt in der Effektivität einzelner Kraftwerke noch Optimierungspotential.
Sollte dieses Potential ausgeschöpft werden, glauben Experten, dass Norwegen zur „Batterie Europas“ werden könnte. Durch die vermehrte Einspeisung von erneuerbaren Energien die nicht immer konstant in der Leistungskapazität sind, kommt es zu Schwankungen bei der Stromerzeugung. Dies könnte Norwegen durch eine effektivere Nutzung der Stauseen und Wasserspeicher ausgleichen.

Anteil ernbeuerbarer Energien in Europa:
Anteil erneuerbarer Energien in Europa

Obwohl Norwegen Europas zweitgrößter Erdöl- und viertgrößter Erdgasproduzent ist, stellt kaum ein anderes Land so viele staatliche Mittel zur Erforschung alternativer Energien und für den Klimaschutz zur Verfügung.
Dies zeigt sich an einigen aktuellen Projekten zur Stromerzeugung. So wurde zum Beispiel 2007 mit dem Bau des weltweit ersten Salzkraftwerks begonnen. Dieses Kraftwerk nutzt den Druckunterschied zwischen Salz- und Meerwasser zur Stromerzeugung. Außerdem sind in Norwegen viele Projekte zum Bau von Windkraftwerken in Planung, da das Land auf Grund der geographischen Lage auch für diese Form der erneuerbaren Energien wie kaum ein anderes geeignet ist.
Auf Grund dieser Förderung hat Norwegen kaum umweltschädliche Kraftwerke und kann vollkommen auf Atomkraft verzichten. Daher gilt Norwegen als das Land mit der „saubersten“ Energie.

In Norwegen wird der Strom außerdem nicht nur für den alltäglichen Strombedarf benötigt sondern ebenfalls zur Wärmeerzeugung. Dies ist trotz des hohen Strombedarfs beim Heizen möglich, weil die Strompreise sehr niedrig sind und das Heizen dadurch billiger ist, als z.B. mit Heizöl.

Ehrgeiziges Ziel der Norweger ist es, als erstes Land CO2-neutral zu werden. Die Regierung plant die Emissionen bis 2050 so weit zu reduzieren, dass sie neutral werden, also netto bei Null liegen. So ist geplant, die Vorgaben des, bis 2012 laufenden, Kyoto-Protokolls bereits um 10% zu übertreffen. Des Weiteren soll bis 2020 der Ausstoß von Treibhausgasen um 30% gesenkt werden, bevor Norwegen dann im Jahr 2050 klimaneutral ist, was einer Reduzierung der aktuellen Emissionen um 100% entspricht.



Erdöl & Erdgas

Während der Rohölförderung ein zunehmender Rückgang prognostiziert wird, geht man bei der Erdgas-Förderung davon aus, dass diese auch in den nächsten Jahren noch weiter zunimmt.
Norwegen ist weltweit der siebtgrößte Erdölproduzent und nach Saudi-Arabien und Russland mit fast 3Mio Barrel pro Tag der drittgrößte Erdöl-Exporteur der Welt, da Norwegen nicht viel Erdöl zur eigenen Energieerzeugung benötigt. 60% des norwegischen Erdöls werden nach Westeuropa exportiert, so wie 15% nach Nordamerika.
Außerdem ist Norwegen nach Russland und Kanada auch der drittgrößte Gas-Exporteur und weltweit der siebtgrößte Produzent. Das Land stellt 19% des in Europa verbrauchten Erdgases:

Anteil der Gas exportierenden Länder am Gesamtbedarf Europas

Deutschland importiert aus Norwegen fast ein Drittel seines Bedarfs, was 35% Prozent des gesamten Erdölexports Norwegens entspricht und Deutschland zum wichtigsten Handelspartner macht.

Erdölexporte Norwegens in Prozent

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 17. September 2008 um 20:15 und abgelegt unter Erneuerbare Energie. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

4 Kommentare über “Norwegen als Vorbild bei erneuerbaren Energien”

  1. joe schrieb:

    Norwegen ist ein echtes Vorbild fast nur Strom aus Wasserkraft, toll!

  2. Pascal Schmid schrieb:

    es wäre schön, wenn ihr auch Quellen angeben könntet…dann könnte man es auch für wissenschaftliche Zwecke verwenden!

  3. Horst schrieb:

    naja Norwegen hat nun mal ohne Ende Wasserkraft …

  4. nukeUS schrieb:

    Wasserkraft ist aber auch nicht soo eine null-klimaschädigende “Technologie” wie man allgemein denkt.

    Abgesehen von den UW-Blastungen die durch die Herstellung und den Transport der Technik und des Betons verursacht wird entstehen wenn ich mich recht erinnere MethanGase von Algen im ruhenden Gewässer, welche bei einem nicht aufgestauten Fluss nicht passieren würde.

    Und MethanGas ist zig- bis hundertfach klimaschädlicher als CO2.

    ich verstehe garnicht warum Frankreich und Italien so gut abschneitden.

    In Spanien haben sie ja einige SolarAnlagen und WindKraft, aber eig. hätt ich auch da gedacht dass D-Land immernoch besser abschneidet.

    Oder wird den 3 etwa die AtomKraft als erneuerbare Energie angerechnet?

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